Heft 1: Jürgen Rieger, Bekenntnis unserer Art

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3806 n. St., 94 Seiten


Vorwort zur ersten Auflage
In der folgenden „Erläuterung des Bekenntnisses Unserer Art“ wird der Versuch unternommen, den Artglauben neu zu begründen. Er geschieht aus der Gewißheit heraus, daß Millionen Menschen des europäischen Kulturkreises in den überlieferten Religionsformen kein Genüge mehr finden können. Ihre Zweifel sind nicht nur solche des kritischen Verstandes, sondern solche des tiefsten Gefühls und einer verändertenStellung zum Ganzen des Lebens, der Natur und des Alls.
Diese Zweifel stammen nicht von heute. Sie sind selbst in den Zeiten wach gewesen, wo das Christentum für Europa die anerkannte und herrschende, ja die gestaltende Kraft des Lebens darstellte. Um wieviel mehr aber wuchsen die Bedrängnisse der gläubigen Seele in jenen Tagen, da Renaissance und Reformation und in ihrem Gefolge Wissenschaft und eues Weltbild die Grundlagen des Alten Glaubens erschütterten und verwandelten. Seit jener Zeit sind die Fragen des Herzens und der Seele, des Gemütes und des Verstandes nicht mehr zur Ruhe gekommen, ob denn die alte Lehre der Lebenswirklichkeit genügte und entsprach.
Millionen mußten für diese Zweifel ihr Leben lassen, und sie rangen doch nur darum, ob nicht ein anderes Weltbild möglich, ein neuer Glaube ihnen entsprechender sei.
Obwohl die Zeichen unserer Zeit mit ihrer Neigung zur Flucht in die alten Religionsformen diesem Drange zum Neuen zu widersprechen scheinen, glaubt der Verfasser, und mit ihm viele Tausende von Gefährten, daß eine neue Weltzeit im Anbruch ist, ein neues Aion, das eine Vertiefung und Erneuerung unseres religiösen Weltbildes erfordert.
Dieser Überzeugung und dieser Notwendigkeit will er dienen, wenn er die Erläuterung zum Bekenntnis Unserer Art vorlegt.
Er ist sich dabei bewußt, daß eine solche Neubegründung nicht mit der Ablehnung alter Heilsbegriffe erschöpft sein wird, sondern daß nur aus einer Zusammenschau des Alten und des Neuen fruchtbares religiöses Leben erstehen kann.
Das Christentum hat durch die Menschenart, welche es in Europa umwandelte, vertiefte und „europäisierte“, viele neue Züge erhalten, die ihm ursprünglich nicht eigen waren. Diese in ihrer schöpferischen Reinheit und Ursprünglichkeit herauszustellen und damit den Anteil der gestaltenden Kräfte des Artglaubens aufzuzeigen, ist das wesentliche Bemühen dieser Schrift.
Die Grundsätze des Artglaubens sind für uns damit die undogmatische Richte geworden, auf denen unser religiöses Leben steht. Sie sollen dem Finden und Vereinigen aller derer dienen, die ähnlich oder gleich fühlen und denken. Sie sollen eine Glaubensrichte sein, die dem Suchenden hilft, zu seinem eigenen Weltbild zu kommen. Sie sind von der Gewißheit getragen, daß sich in ihnen ein wesentlicher Teil unserer wirklichen Glaubenshaltung offenbart.

Berlin, den 21. März 1954
Wilhelm Schnitter

Aus dem Vorwort zur zweiten Auflage
Es ist die zweite Auflage der Flugschrift 1 der Artgemeinschaft e. V.
Seit 1954 haben sich viele Deutsche und in den Ländern England, Norwegen, Schweden und Dänemark, Island, den Vereinigten Staaten und Canada, in Österreich, Belgien und Holland, Nordfrankreich und Südafrika Freunde und Gefährten gefunden, die diesen Glauben als den ihren ansehen, die ihn leben und bekennen und von der Zukunftsträchtigkeit seiner Aussage überzeugt sind. Ihnen allen übergibt die Hauptleitung die 2. Auflage in der alten Form.

Berlin, den 21. Scheidings 1969
Wilhelm Schnitter

Vorwort zur dritten Auflage
Die letzten beiden Auflagen dieser Schrift waren von Dr.Wilhelm Kusserow, dem früheren zeitweiligen Leiter der Nordischen Glaubensgemeinschaft, der nach dem Krieg das Amt Lehre und Brauchtum in der Germanischen Glaubens-Gemeinschaft unter Fahrenkrog bekleidete, und langjährigem Leiter der Artgemeinschaft, unter dem Pseudonym „Wilhelm Schnitter“ verfaßt worden. 1983 wurde das Artbekenntnis nach jahrelangen, umfangreichen Beratungen grundlegend neu gefaßt.
Schon früher hatte es Abänderungen gegeben; den Gang der Entwicklung und die Gründe hierfür habe ich in meiner Schrift „50 Jahre Artbekenntnis“ dargestellt. 1986 beschloß das Thing noch einige kleinere sprachliche, den Sinn nicht berührende Verbesserungen.
Auch die Erläuterungen zum Artbekenntnis mußten deshalb neu gefaßt werden. Hierbei habe ich neben den Vorauflagen herangezogen die Schrift der Nordischen Glaubensbewegung „Das Nordische Artbekenntnis“ von Dr. Wilhelm Kusserow (1934), den Abschnitt über das Artbekenntnis in der von Dr. Kusserow unter dem Pseudonym Dietrich Volkmann herausgegebenen Schrift „Wesen, Weg, Ziel neuen Glaubens“ (1966), ferner die umfangreichen Erläuterungen zum Artbekenntnis in Dr. Kusserows Buch „Artglaube – Lebenssinn, Volksgesetz, Selbsterfüllung“ (1977).
Bei der Überarbeitung des Artbekenntnisses sind manche ursprünglichen Sätze weggefallen, andere hinzugekommen. Die Willensfreiheit, die platonische Ideenlehre und den Lebenssinn sehen wir heute anders als früher. Besonders die Ausführungen zu Schuld, Leid und Tod gaben zu Mißdeutungen Anlaß und mußten deshalb genauer unserer Art entsprechend gefaßt werden. Eingebunden wurden Gedanken aus Gustav Frenssens Buch „Der Glaube der Nordmark“ (1936) und Hans F.K. Günthers „Frömmigkeit nordischer Artung“ (1989). Letztendlich aber ist die Schrift Frucht 25jähriger eigener Bemühungen um die Begründung eines eigengearteten Glaubens. Gedichte, die mir zum Gesagten zu passen scheinen, habe ich den Küren teils vorangestellt, teils auch an den
Schluß gesetzt. Möge diese Schrift vielen Menschen unserer Art ihren eingeborenen Glauben wieder bewußt machen!

16.8.3791 n. St.
Jürgen Rieger

Vorwort zur vierten Auflage
Die letzte Auflage war gegenüber den Vorauflagen auf den dreifachen Umfang gebracht worden. Da es sich um eine gründliche Neubearbeitung handelte, waren große Änderungen jetzt nicht erforderlich. Einige Druckfehler wurden verbessert, einige Ergänzungen eingefügt, und ich habe weitere zu den Küren passende Gedichte und Aussprüche bedeutender Menschen gefunden. Einige Gedanken habe ich noch weiter ausgeführt.
Auf meinen Vorschlag hin sind wenige sprachliche Verbesserungen des Artbekenntnisses vom Thing beschlossen worden. Der Text der Kommentierung mußte deswegen nicht geändert werden.
Da die letzte Auflage 2000 Exemplare umfaßte, liegt jetzt das 5. Tausend der Erläuterungen zum Artbekenntnis vor. Damit haben wir nunmehr die Auflagenhöhe erreicht, die die Vorgängerschrift „Das Nordische Artbekenntnis“ in mehreren Auflagen erreicht hatte. Möge die Schrift weiter guten Erfolg haben!
20.12.3805 n. St.
Jürgen Rieger


Inhalt

Ausführliche Erläuterungen zu den Küren 1 bis 12 des „Bekenntnis unserer Art“.