Artgemeinschaft – GGG (Hrsg.): Der römische Kaiser Julian – Heft 35

4,00

Kategorie:

Der römische Kaiser Julian, antike Philosophen und Geschichtsschreiber über die Christen,
3806 n. St., 54 Seiten


Vorwort

Im Religions- und Geschichtsunterricht bei uns wird immer noch dargelegt, das Christentum habe dank einer gesitigen Überlegenheit über das Heidentum den Sieg in der Antike davon getragen. Das ist falsch; das Christentum hat einerseits die Sklaven und den Pöbel für sich gewonnen, andererseits sich hinter die Fürsten gesteckt, besonders hinter den Massenmörder Constantin, der so viele Verbrechen (darunter zahlreiche Verwandtenmorde) beging, daß er sich erst auf dem Totenbett taufen ließ, weil die christlichen Priester ihm versichert hatten, dadruch würden alle seine Sünden abgewaschen, und er würde ins Himmelreich eingehen. Deswegen machte er das Christentum zur Staatsrelegion. Nach ihm bestieg aber den Kaiserthron Julian, dessen Haupttugenden nach Amm. Marcellinus Zurückhaltung, Klugheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit waren. Er, der im Jahre 331 n. übl. Ztr. geboren wurde, ist am 26.06.363 im Krieg gegen die Perser gestorben, wobei Libanius vermeldet, er sei durch Christen in der Schlacht hinterrücks ermordet worden. Grund hierfür dürfte seine Schrift gegen das Christentum und seine Absicht, den Christengemeinden die geraubten Tempel und Tempelschütze wieder abzunehmen, gewesen sein.
Wir besitzen seine Schrift gegen die Christen – ebenso wie andere berühmte Schriften, beispielsweise diejenige des griechischen Philosophen Celsus – nicht mehr. „Die Urteile der alten Schriftsteller über das Christentum der Frühzeit wären zahlreicher, hätten nicht die ersten christlichen Kaiser alle gegen die Kirche gerichteten Schriften im Auftrag derselben verbrennen lassen.“ (Codex Theodosian, lib. I tit. I, I.3). Die Argumente waren einfach nicht zu widerlegen, so daß  der Kirche das Verbrennen als beste Methode galt, so wie auch heute in der Bundesrepublik Bücher auf den Index für jugendgefährdende Schriften gesetzt werden oder vom Staat eingezogen werden, weil man sich mit ihren Argumenten nicht auseinandersetzen kann. Wir kenn nur aus chrsitlichen Tendenzschriften gegen manche christentumskritische Schriften einige der Argumente, weil diese von den Kirchenschreibern weidergeben wurden, so daß erfreulicherweise nicht alles verloren ist. Einige Argumente von Celsus sind in der Schrift von Cyrill gegen den Kaiser. So ist uns doch einiges erhalten, und so können wir erschließen, daß sich insbesondere Celsus und Julian als kenntnisreiche Bibelkenner erweisen, die die ganzen Widersinnigkeiten der Bibel darlegen. Celsus schrieb ungefähr im Jahr 180 die erste zusammenhängende Schrift gegen die Christen unte dem Titel: „Das wahre Wort“. Sechzig Jahre später verfaßte Origines dagegen „Contra Celsus“, wobei der gründliche Kenner Wilamowitz-Moellendorff („Die griechische Literatur im Altertum“) erklärt, daß die Schrift von Celsus „in jeder Hinsicht überlegen, am meisten an echter Frömmigkeit“ gewesen sei. Julian wurde von Friedrich dem Großen sehr geschützt. Schiller wollte ihn zum Helden eines geplanten Schauspiels machen, was der Norweger Henrik Ibsen dann später getan hat.
Auch uns als artgläubigen Menschen steht es gut an, uns mit ihren Argumenten zu beschäftigen.

Ostern 3806 n. St.

Jürgen Rieger